Frühpensionierung oder Rentenaufschub? So flexibel ist die AHV

Mit einer höheren Rente wird belohnt, wer im Pensionsalter weiterarbeitet. Umgekehrt verhält es sich, wenn man vor dem regulären AHV-Alter in Pension gehen möchte. Welche Variante sich unter dem Strich besser rechnet, hängt unter anderem von Ihrer Steuersituation ab.

Wer vorzeitig in Pension gehen möchte, kann seine AHV-Rente schon ein oder zwei Jahre vor dem ordentlichen AHV-Alter beziehen. Die Rente wird dann lebenslang gekürzt – um 6,8 Prozent pro Vorbezugsjahr. Handkehrum: Wer länger erwerbstätig bleibt, kann die Rente um bis zu fünf Jahre aufschieben. Wenn man sie zum Beispiel um drei Jahre aufschiebt, erhöht sie sich um 17,1 Prozent (siehe Tabelle).

Viele fragen sich, wann sich ein solcher Vorbezug oder Aufschub lohnt. Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Es hängt von der Lebenserwartung und der persönlichen Finanz- und Steuersituation ab.

Ein Beispiel: Herr Müller schiebt seine AHV-Rente um drei Jahre auf. Ohne Steuereffekte erhält er bis 85 insgesamt 561’340 Franken. Bei einem regulären Bezug wären es 564’000 Franken. Herr Müller muss also mindestens etwa 86 Jahre alt werden, bis sich der Aufschub für ihn lohnt (siehe Tabelle).

Wer seine Rente aufschieben möchte, muss seine AHV-Zweigstelle informieren – und zwar spätestens ein Jahr, nachdem das reguläre AHV-Alter erreicht wurde. Wie lange der Aufschub dauern soll, muss man nicht sofort festlegen, und man kann ihn im ersten Jahr auch widerrufen.

Eine häufige Frage ist auch, ob man weiterhin AHV-Beiträge zahlen muss, wenn man vor dem ordentlichen Rentenalter in Pension geht. Das ist tatsächlich der Fall. Denn die Beitragspflicht endet für Männer mit 65 und für Frauen mit 64 Jahren. Je nach Vermögen und Einkommen werden dann AHV-Beträge von 478 bis 23’900 Franken fällig – pro Jahr und Person. Die Beiträge darf man vom steuerbaren Einkommen abziehen. Die Beitragspflicht kann übrigens entfallen, wenn ein Ehepartner erwerbstätig bleibt und bestimmte Bedingungen erfüllt.

Wer schrittweise in Rente geht oder nach der Pensionierung noch Teilzeit arbeitet, kann seine AHV-Beiträge unter Umständen senken und den nichterwerbstätigen Ehepartner ganz oder teilweise von der Beitragspflicht befreien.

Vergleich: Vorbezug, Aufschub und regulärer Bezug der AHV-Rente:

Beispiel: Alleinstehender Mann, maximale AHV, Angaben in Franken

Total RentenVorbezug um 2 JahreRegulärer BezugAufschub um 3 Jahre
Jährlich24365 CHF28200 CHF33020 CHF
Kürzung/ Zuschlag-13,6%+17.1%
bis Alter 70170555 CHF141000 CHF66040 CHF
bis Alter 75292380 CHF282000 CHF231140 CHF
bis Alter 76316745 CHF310200 CHF264160 CHF
bis Alter 77341110 CHF338400 CHF297180 CHF
bis Alter 78365475 CHF366600 CHF330200 CHF
bis Alter 79389840 CHF394800 CHF363220 CHF
bis Alter 80414205 CHF423000 CHF396240 CHF
bis Alter 85536030 CHF564000 CHF561340 CHF
bis Alter 90657855 CHF705000 CHF726440 CHF